Kryptokartenherausgeber Wirecard sagt, dass im ‚German Enron‘-Skandal 2,1 Milliarden Dollar fehlen

Der ehemalige deutsche Blue-Chip Wirecard hat gesagt, dass ein Viertel seiner Gesamtbilanz fehlt, nachdem seinem Rechnungsprüfer, EY, „unechte Barguthaben“ zur Verfügung gestellt wurden.

In einer brisanten Erklärung sagte der in München ansässige Kartenaussteller am Donnerstag, dass insgesamt 1,9 Milliarden Euro (2,1 Milliarden Dollar) nicht bilanziert werden könnten und dass einige Mitglieder des Unternehmens absichtlich falsche oder irreführende Erklärungen eingereicht hätten, „um den Wirtschaftsprüfer zu täuschen und eine falsche Wahrnehmung der Existenz solcher Barguthaben zu schaffen“.

Wirecard gab zu, dass die Buchungslücke etwa ein Viertel der Gesamtbilanz des Unternehmens ausmachte, keinerlei Konkurrenz für die Bitcoin Era zumal diese ohne Auflagen funktioniert.

Als ehemaliges Aushängeschild der deutschen Tech-Szene ist Wirecard wegen vermeintlicher Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung stark unter die Lupe genommen worden. Das Unternehmen wurde im vergangenen Jahr beschuldigt, die Umsatz- und Gewinnzahlen in betrügerischer Weise in die Höhe getrieben zu haben und Kundengelder, die auf Treuhandkonten gehalten wurden, zur Erhöhung der Bargeldbestände zu verwenden.

die Gelder bei Bitcoin TraderDer Aktienkurs von Wirecard ist eingebrochen. Bei Redaktionsschluss notierte die Aktie bei 36 € (~40 $), was einem Rückgang von 70% seit Mittwoch entspricht. Der Kreditkartenherausgeber war einst eines der renommiertesten deutschen Unternehmen und übertraf im September 2018 mit einer Marktbewertung von 24,6 Milliarden Euro (~27,6 Milliarden Dollar) sogar die Commerzbank.

Lionel Barber, ehemaliger Chefredakteur der Financial Times, sagte auf Twitter, Wirecard werde zu einer deutschen Version des Enron-Skandals.

Das Wirecard-Tochterunternehmen Wirecard Card Solutions stieg in den Bereich Krypto ein, als es Emittent für die Krypto-Zahlungskartenanbieter Crypto.com und TenX wurde. Wirecard war auch eine Partnerschaft mit TON Labs eingegangen, dem Entwicklerhaus hinter der Blockchain von Telegram. Ein Gerichtsdokument behauptete auch, dass der COO von Wirecard an dem 1,7 Milliarden Dollar Token Sale im Jahr 2018 beteiligt war.

Es ist unklar, ob Crypto.com, das erst im vergangenen Monat als Zahlungskarte in Europa eingeführt wurde, plant, den Kartenherausgeber zu wechseln. CoinDesk bat um einen Kommentar, hatte aber bis zum Redaktionsschluss noch keine Antwort erhalten.

Wirecard hatte die Veröffentlichung seines geprüften Jahresabschlusses bereits verzögert, und Donnerstag sollte das endgültige Veröffentlichungsdatum sein. Die heutige Nachricht hat dies nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Verzögerung bedeutet, dass Gläubiger ab Freitag Kredite im Wert von bis zu 2 Milliarden Euro (~2,2 Milliarden Dollar) in Anspruch nehmen können.

Der Vorstand von Wirecard arbeitet nun „intensiv“ mit EY „an einer Klärung der Situation“.

Dieser Beitrag wurde am 21. Juni 2020 veröffentlicht, in Bitcoin. Setze ein Lesezeichen mit dem Permanentlink.